Dänemark ist eines der glücklichsten Länder der Welt. Dies besagt zumindest das Ranking „World Happiness Report“, in dem unser Nachbarland zurzeit den 2. Rang belegt. Deutschland ist hingegen auf den 17. Platz gerutscht. Sind die Unterschiede zwischen den beiden Ländern auch im Arbeitsalltag wahrnehmbar?

13 Auszubildende aus den Bezirken der Handwerkskammer Lübeck und der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck konnten sich vom 3. November bis 9. November 2019 selbst ein Bild machen. Eine Woche lang haben sie in einem Betrieb ihres Ausbildungsberufes mitgearbeitet und einen Einblick in die dänische Arbeitsweise bekommen.

„Ich bin zufrieden mit meinem Praktikum in Dänemark […]. Ich habe viel gelernt und komme auch mit den Gesellen super klar und hatte eine schöne Zeit und würde es immer wieder machen“, erzählt Vanessa, die als Maler- und Lackiererin in Dänemark gearbeitet hat.

Eva lernt in Timmendorfer Strand den Beruf der Mediengestalterin. Während des Praktikums arbeitete sie bei der Zeitung „Folketidende“. Sie berichtet: „Ich wurde sehr herzlich empfangen. Es wurde sehr locker mit mir umgegangen. […] Also ich habe mich super wohl gefühlt von Anfang an.“

Auch die dänischen Betriebe waren begeistert von den Praktikant*innen aus Deutschland.

Einige der Auszubildenden können sich gut vorstellen, noch einmal für ein längeres Praktikum nach Dänemark zurückzukehren oder dort eine Zeit lang zu arbeiten. Für sie stehen alle Türen offen.

Wie kann eine gute Zusammenarbeit in einem Interreg-Projekt gelingen?

Die neun Partner im Projekt BOOST haben zum Projektabschluss gemeinsam die vergangenen drei Jahre reflektiert. Entstanden ist eine Handreichung, die auch kommenden Projekten dabei helfen soll, die alltäglichen Herausforderungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg zu meistern.

Die Handreichung richtet sich insbesondere an Projekte, die auch einen Austausch von jungen Menschen und Mitarbeiter/-innen planen.

Gleichzeitig möchten die Partner allgemeine organisatorische und administrative Tipps mit auf den Weg geben.

Wir hoffen, dass die Leser hier Inspiration für die Durchführung ihres Interreg-Projektes finden.

Die Handlungsempfehlungen können Sie hier ansehen.

Warum sollte man ein Praktikum im Nachbarland machen? Hanna Polte hat mit Hilfe von BOOST während ihrer Ausbildung zur Tischlerin ein einwöchiges Praktikum in Nakskov, Dänemark durchgeführt.

„Dadurch, dass ich mit Interreg in Dänemark war, habe ich auf jeden Fall ganz viel persönlich gelernt“, erzählt Hanna. Und auch handwerklich und fachlich hat sie neues Wissen in Dänemark sammeln können.

Das Praktikum hat ihr so gut gefallen, dass Hanna nun nach Dänemark zurückgekehrt ist, um nach Ausbildungsende dort für einige Monate zu arbeiten und weitere Erfahrungen zu sammeln.

Hanna hat BOOST außerdem beim „Tag der deutschen Einheit“ in Kiel repräsentiert und wurde Teil des Imagefilmes für Interreg Deutschland-Danmark, den Sie hier sehen können.

 

Köchinnen und Köche der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg berichten von ihren Erlebnissen im Nachbarland

Am Montag begann unsere Reise mit der Fährfahrt nach Dänemark. In Nykøbing haben wir zunächst das prestigeträchtige Hauptgebäude der Berufsschule CELF besichtigt. Vor allem die Werkstätten des Baugewerbes haben uns beeindruckt. Die CELF setzt auf den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels und hat umfangreiche und moderne Werkstätten geschaffen.

Nach einem dänischen Mittagessen in der Schule konnten wir die Zuckerfabrik der Stadt Nykøbing besichtigen und wurden bei der auf Hochtouren laufenden Fabrik durch alle Herstellungsschritte von Zucker geführt.

Anschließend konnten wir noch das historische Ausflugs- und Veranstaltungshotel Bandholm am Knuthenborg Tierpark besichtigen und dort auch zu Abend essen.

Den Dienstag verbrachten wir in Kopenhagen und besuchten dort einen Food Market, die Innenstadt und am Abend dann das Restaurant Cocks and Cows.

Mittwoch konnten wir endlich mit den dänischen Schülerinnen und Schülern in gemischten Gruppen kochen. Die dänische Berufsschullehrerin Dorte Skov Jensen hatte Gruppenarbeiten zur Zubereitung eines Brunch Buffets in der Außenstelle der CELF in Nakskov vorbereitet. Mit Händen und Füßen, Englisch und Google verständigten sich die deutschen und dänischen Schülerinnen und Schüler und sorgten damit für ein köstliches Abschiedsessen.

Bevor wir Dänemark wieder mit schönen Erinnerungen verließen, waren wir noch eislaufen und bowlen. Zwei sportliche Aktivitäten, die von der Gruppensituation getragen wurden und einige der Auszubildenden dazu brachten, das erste Mal im Leben eine Eisfläche zu betreten.

Workshop deutscher und dänischer Vermittlungsfachkräfte

Das Projekt Boost hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter Guldborgsund und Lolland sowie der Agentur für Arbeit erneut zusammengebracht. Bei einem zweitägingen Workshop wurden gemeinsam Lösungsvorschläge für die grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung diskutiert.

Dabei konnten die im vergangenen Jahr gebildeten Arbeitskreise ihre Ergebnisse präsentieren. Diese werden nun festgehalten. Somit sichert das Projekt, dass die Zusammenarbeit erfolgreich fortgesetzt wird.

Im Anschluss konnten alle Teilnehmer sich auf eine Safari durch den Knuthenborg Safaripark begeben.

 

Ab sofort können sich Auszubildende für die nächste BOOST-Gruppenfahrt nach Dänemark anmelden.

Vom 03.-09.11.2019 haben zehn Auszubildende aus dem Kammerbezirk der HWK Lübeck und der IHK zu Lübeck die Chance, nach Dänemark zu fahren und dort in einem Betrieb ihres Ausbildungsberufes zu arbeiten.

Da das Projekt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird, fallen für die Auszubildenden, abgesehen von einem Taschengeld, keinerlei Kosten an.

Teilnehmen können Auszubildende:

  • mit Englisch-Grundkenntnissen
  • mit Teamfähigkeit und Interesse am Austausch mit Menschen aus Dänemark
  • die volljährig sind und sich in einem bestehenden Ausbildungsverhältnis mit einem Mitgliedsunternehmen der HWK Lübeck oder der IHK zu Lübeck befinden

Kenntnisse der dänischen Sprache werden nicht vorausgesetzt!

Anmeldeschluss ist der 02. September 2019.

Weitere Informationen sowie das Bewerbungsformular finden Sie hier.

Die Anzahl der Plätze ist jeweils begrenzt. Sollten mehr Anmeldungen eingehen, muss eine Auswahl getroffen werden.

Viele junge Dänen aus der Region Lolland Falster reisen nach Deutschland, um günstig einzukaufen. Die Deutschen zieht es hauptsächlich für die Ferien auf die andere Seite des Fehmarnbelts. Doch wie lernt und arbeitet man eigentlich bei den Nachbarn?

Um sich gegenseitig besser kennenzulernen, haben die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg und die CELF in Nykøbing Falster im Rahmen des Projektes BOOST gemeinsame Workshops durchgeführt. Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung im Einzelhandel absolvieren, besuchten sich gegenseitig und lernten mehr über die Kultur des jeweiligen Nachbarlandes.

Wie spricht man Kunden an? Gibt es etwas bei der Warengestaltung zu beachten? Was ist für einen dänischen und was für einen deutschen Kunden wichtig? Die Schüler stellten Unterschiede und Gemeinsamkeiten fest und erkundeten neben verschiedenen Geschäften auch Kopenhagen und Lübeck.

Die gleiche Ausbildung und gemeinsame Interessen verbinden: Schnell haben die dänischen und deutschen Schüler Freundschaften geschlossen und wollen sich auch nach dem Austausch noch einmal treffen. „Abschließend können wir sagen, dass es ein sehr schöner und interessanter Projektaustausch war“, so das Resümee der Teilnehmer.

Wie läuft die Arbeitsvermittlung in Deutschland ab? Welche Herausforderungen gibt es aktuell auf dem deutschen Arbeitsmarkt und insbesondere in der Fehmarnbelt-Region?

Eine Woche lang hatten zwei Mitarbeiterinnen der Jobcenter Guldborgsund und Lolland die Möglichkeit, in den Arbeitsalltag ihrer deutschen Kolleginnen und Kollegen von der Agentur für Arbeit Lübeck sowie den Jobcentern Lübeck und Ostholstein hineinzuschnuppern.

Auf dem Programm standen unter anderem Hospitationen bei der Berufsberatung, der Arbeitsvermittlung und der Arbeit mit Flüchtlingen.

„Die Herausforderungen in Dänemark und Deutschland sind sehr ähnlich. Die Arbeitsmärkte sind in beiden Ländern gut aufgestellt und es fehlen Fachkräfte“, erzählt Britt Flamgaard vom Jobcenter Lolland. „In Deutschland ist nur alles etwas größer“, ergänzt Mette Kottwitz, die im Jobcenter Guldborgsund arbeitet.

Auch über die Zusammenarbeit mit der HWK Lübeck und der IHK zu Lübeck, beide Partner im Projekt BOOST, konnten die dänischen Kolleginnen mehr erfahren.

„Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und unsere Fragen wurden von den Kolleginnen und Kollegen sehr gut beantwortet. Wir haben sehr viel dazu gelernt und jetzt ein besseres Verständnis für das deutsche System und neue Impulse für unsere Arbeit in Dänemark.“, so die Beiden.

Erfolgreiche Fortsetzung der Pflegepraktika in Dänemark

Wie werden Hilfsmittel in der Pflege eingesetzt? Wie wohnt man in einem dänischen Pflegeheim? Gibt es Unterschiede im Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern?

Das Projekt „BOOST“ ermöglichte im April 2019 wieder für fünf Schülerinnen und Schüler der Grone Schule für Gesundheits- und Sozialberufe in Lübeck Praktika in Pflegeheimen in der dänischen Region Lolland Falster. Neben dem Praktikum standen auch ein Besuch beim Projektpartner SOSU Nykøbing Falster und Ausflüge in der Region auf dem Programm.

In ihren Reflexionen schildern zwei der Schülerinnen ihre Eindrücke und Erlebnisse:

Bianca

Ich habe mich an diesem Schüleraustauschprojekt beteiligt, weil ich erfahren wollte, wie sich die Pflege alter Menschen in Dänemark gestaltet.

Im vergangenen Herbst haben die dänischen Schüler uns bereits erste Unterschiede beschrieben und es war für mich schwer vorstellbar, wie sie die beschriebenen Praktiken in ihren Einrichtungen einsetzen, bzw. durchführen würden.

Erwartet habe ich einen unbürokratischen, hochmodernen Pflegeapparat mit vielen arbeitserleichternden Hilfsmitteln. Ein wundervoller Gedanke, aber leider auch im schönen Dänemark noch nicht erreicht.

In diesen drei Tagen, konnte ich einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsweisen bekommen. Es war absolut schön zu erleben, mit welcher Ruhe und Gelassenheit, die dänischen Kollegen ihre Bewohner pflegen. Die Kommunen legen, ähnlich wie in Deutschland, nach körperlicher und psychischer Verfassung eine Pflegestufe für den Pflegebedürftigen fest und danach richtet sich das Pflegepersonal.

In Skovvej bedeutet dies, z.B. Pleje 3 = 40 Minuten für die Grundpflege inklusiver Benutzung aller Hilfsmittel und 14 Minuten für Dinge, die für das Wohlbefinden des Bewohners sorgen (z.B. Frühstück bringen, Unterhalten, Fenster öffnen und schließen …). Medikation sind nochmal zusätzliche 5 Minuten. Echte Zeit für einen Bewohner.

Absolut fantastisch fand ich die Vernetzung des Arztes mit dem Dokumentationssystems der Einrichtungen. Selbst die Krankenhäuser sind damit vernetzt und so hat das Pflegepersonal immer zugriff auf den genauen Krankenstand des Bewohners. Die Pflegekräfte benutzen alle, die von der Kommune zur Verfügung gestellten Hilfsmittel und zwar ohne Ausnahme. Die Erhaltung der eigenen Gesundheit ist oberstes Gebot.

Widersprüchlich hingegen fand ich die körperliche Pflege in Bezug auf den hygienischen Standard. Die sanitären Anlagen sind veraltet oder nicht, nach deutschen Maßstäben, gereinigt. […] Zudem der wirtschaftliche und umweltschonende Aspekt, durch die übermäßige Verwendung von Einmalwaschlappen.

Alles in allem, war dieses Projekt eine gelungene Erfahrung und auf jeden Fall eine Bereicherung. Eine Mischung aus deutscher Gründlichkeit und dänischer „Unbürokratie“ wäre bestimmt ein gelungenes Ergebnis für eine menschenwürdige Pflege.

Daniela

Ich war neugierig auf die Arbeitsabläufe und die Hilfsmittel der Dänen und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Die Dänen sind immer gelassen bei der Arbeit. Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und haben dabei immer ein Lächeln auf den Lippen.

Durch diese Gelassenheit gestalten sie sich ihre Arbeitsabläufe frei, sie stressen sich und den Bewohner nicht. Wenn ein Bewohner etwas nicht möchte, akzeptieren sie das und versuchen nicht den Bewohner vom Gegenteil zu überzeugen, wie viele deutsche es tun, um ihre Arbeitsabläufe abzuarbeiten.

Zu den Hilfsmitteln kann ich sagen, dass mich der Umgang damit sehr beeindruckt hat. Die Dänen achten sehr auf ihre eigene Gesundheit. Sie haben immer wieder betont, wie wichtig der eigene Rücken ist und das sie keinen Arbeitsablauf ohne Hilfsmittel tun.

Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, selbst mehr auf mich zu achten. Ich werde ab sofort nur noch mit den vorhandenen Hilfsmitteln arbeiten und mich nicht vom Zeitdruck stressen lassen. Es war eine super Erfahrung, ich bin froh am BOOST-Projekt teilgenommen zu haben.

Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg und der CELF konnten dies vor kurzem erfahren. Bei einem grenzüberschreitenden Workshop im dänischen Nakskov hat das Projekt BOOST die Koch-Auszubildenden aus Deutschland und Dänemark zusammengebracht.

Typisch dänisches Essen

Für die angehenden Köche stand unter anderem die Zubereitung von „Smørrebrød“ auf dem Programm. Eine Besonderheit für die deutschen Auszubildenden war der Belag: Alles wird einzeln zubereitet, so zum Beispiel auch die eingelegten Gurken auf dem Brot.

Beim Kochen wurde sich auch über anderen Themen ausgetauscht. Wie viel verdient man als Koch in Dänemark und Deutschland? Wie wird der Unterricht an der Berufsschule gestaltet?

Grenzüberschreitende Chancen

Während es in Ostholstein noch viele freie Ausbildungsplätze für Köche gibt, werden in Dänemark nicht viele Lehrstellen angeboten. Ein Ausbildungsplatz in Deutschland kann daher auch eine Chance für junge Menschen aus Dänemark sein. Das Projekt BOOST hat das Nachbarland schon mal ein Stückchen näher gebracht und auf den Austausch in Dänemark folgte ein Gegenbesuch in Neustadt in Holstein. Auf dem Programm standen u. a. ein Besuch der Hansestadt Lübeck. Es wurden auch typisch deutsche Gerichte, wie Schnitzel, gemeinsam zubereitet.