Die Auszubildende zur Altenpflegerin Ulla Bach konnte im Rahmen von „BOOST“ eine Woche lang in einem dänischen Pflegeheim lernen. In einem Interview berichtet Sie über ihre Erfahrungen. Das Interview erschien bereits in der „Kiek In“, der Zeitung des Pflegezentrums Nazareth gGmbh (PZTA). Das Interview wurde von Antje Roepke, Geschäftsführerin des PZTA, geführt.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Dänemark gereist?

Nach dem Besuch der Dänen hier habe ich mich sehr auf den Austausch gefreut. Ich wusste, dass sich die Menschen dort generell um ein herzliches Miteinander bemühen. Und natürlich war ich auch gespannt auf die Arbeitsbedingungen dort.

Wie wurden Sie in Dänemark aufgenommen?

Trotz der Sprachbarriere wurde ich sowohl vom Personal als auch von den Bewohnerinnen und Bewohnern sofort sehr freundlich empfangen. Es herrschte eine offene Atmosphäre und der Umgang miteinander war von Empathie und Respekt geprägt.

Was hat Sie bei Ihrer Arbeit dort am meisten beeindruckt?

Ich fand es erstaunlich, wie viel Zeit hier investiert wird, damit die Bewohnerinnen und Bewohner sich rundum wohlfühlen. Jeder soll die Dinge, die er noch selbst machen kann, auch selbst machen dürfen, sogar wenn das mal länger dauert. Außerdem essen Personal und Bewohner dort immer zusammen, das schafft eine sehr familiäre Atmosphäre.

Wie unterscheidet sich die Einrichtung in Dänemark zu Ihrem Ausbildungsplatz in Deutschland?

Die Anlage ist vor allem unglaublich großzügig: In zwölf Bungalows gibt es jeweils zehn Ein-Zimmer-Wohneinheiten. Jede davon ist 75 qm groß, mit eigener kleiner Küchenzeile, geräumigem Bad und einem Deckenlifter ausgestattet. Außerdem ist durch den hohen Betreuungsschlüssel dort fast eine 1:1-Betreuung möglich. Das macht es natürlich wesentlich einfacher, individueller auf jede Bewohnerin und jeden Bewohner einzugehen. So kann zum Beispiel jeder seinen Tagesablauf selbst bestimmen, vom Zeitpunkt des Aufstehens über die Pflege eines eigenen Blumenbeetes bis zur freiwilligen Mithilfe beim Kochen oder Saubermachen.

Was nehmen Sie aus Ihrem Austausch für Ihre Arbeit in Deutschland mit?

Ich denke, auch wenn die Grundvoraussetzungen in der Pflege in beiden Ländern nicht vergleichbar sind, ist vor allem die richtige Einstellung entscheidend, um das Beste für alle herauszuholen und Spaß an der Arbeit zu haben. Ich werde mich auch hier dafür einsetzen, dass im Team immer alle Hand in Hand arbeiten und sich bemühen, die Eigenständigkeit der betreuten Personen optimal zu fördern.